Mediencommuniqué

Die Kirche nicht auf dem Altar der Effizienz opfern

Die Teilrevision der Kirchenordnung ist abzulehnen, weil sie eine radikale Abkehr vom bisherigen Gemeindebild bringt. Forcierte Fusionen beschleunigen den Zerfall der Kirche.

Das Nein-Komitee bekämpft die Teilrevision, weil sie die bewährte Grundstruktur der Kirche radikal in Frage stellt. Die geltende Kirchenordnung setzt auf örtliche Verankerung und unterstreicht die föderale Gestalt: «Die Landeskirche baut auf den Kirchgemeinden auf» (Art. 143).

Die Macht ist so verteilt, dass nicht von oben herab und autoritär verordnet wird, sondern dass jene, die konkret handeln und die Kirche für Menschen sichtbar gestalten, über die nötigen Handlungskompetenzen und eine entsprechende Selbständigkeit verfügen. «Kirchgemeinden, kirchliche Bezirke und Landeskirche folgen in der Aufgabenerfüllung dem Grundsatz der Subsidiarität» (Art. 144).

Die bisherige Regelung, dass eine Kirchgemeinde mit 1000 Mitgliedern Anspruch auf eine volle Pfarrstelle hat (nach der Teilrevision nur 50 Prozent!), spiegelt dieses reformierte Verständnis von Gemeinde – ein überschaubarer Raum, zu welchem sich Menschen zugehörig fühlen können.

Von diesem Kirchen- und Gemeindebild hat sich der Kirchenrat auf der ganzen Linie verabschiedet. Für den Prozess «KirchGemeindePlus» formulierte er 2016 das Ziel, die Zahl der Kirchgemeinden in wenigen Jahren von 174 auf 39 zu reduzieren. Dies würde neben der riesigen Stadtkirche Zürich zu Gemeinden mit durchschnittlich über 8‘000 Mitgliedern führen!

Offensichtlich will der Kirchenrat die Struktur der Zürcher Landeskirche in einer Weise umgestalten, dass kein Stein auf dem andern bleibt. Dies obwohl die Mehrheit der Kirchgemeinden ausserhalb der Stadt die Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden der Fusion vorzieht (Vernehmlassung von 2017).

Der Kirchenrat fragte 2016, wie die Landeskirche «mentale oder geographische Kleinräumigkeit» überwinden könne. Er forderte «Veränderungen in Richtung zunehmender professioneller Effektivität und wirtschaftlicher Effizienz».

Im gesellschaftlichen Umbruch ist die Kirche tatsächlich neu zu denken. Das Nein-Komitee bekämpft jedoch das rücksichtslose Vorgehen des Kirchenrates und die unbedachte Übernahme von wirtschaftlichen Kriterien.

In anderen Kirchen macht sich nach Fusionen Ernüchterung breit. Grosse Kirchgemeinden haben laut der neusten Zürcher Studie keine grössere Wirkung in der Gesellschaft als kleine.

Kirche lebt nicht durch Effizienz, sondern durch Nähe, im gemeinsamen Hören auf das Wort Gottes und im daran orientierten Handeln. An Gottesdienst-Orten ist festzuhalten und die Beteiligung vieler zu fördern, im Einklang mit der föderalistischen Tradition unseres Landes. Das Nein zur Teilrevision am 23. September ermöglicht einen ganzheitlichen Anlauf zur notwendigen Kirchenreform.

Weitere Informationen finden Sie in der Medienmappe des Nein-Komitees.

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