Mediencommuniqué

Gibt die Landeskirche Dorfgemeinden den Todesstoss?

Die Teilrevision der Kirchenordnung ist abzulehnen, weil sie Kirchgemeinden auf dem Land die Luft abschnürt und ihre Existenz bedroht. Die Vorlage wird heute Mittwoch Abend in Rümlang und Hinwil kontrovers diskutiert.

Bisher haben Gemeinden mit 1‘000 Mitglieder eine volle Pfarrstelle zugut. Mit der Teilrevision würde sich das Pensum halbieren! Denn die lineare Zuteilung gewährt bloss 10 Prozent für 200 Mitglieder. Anrecht auf eine volle Pfarrstelle hätten Gemeinden erst mit 1‘900 Mitgliedern.

Das Nein-Komitee bekämpft den Gemeinde-Abbau auf dem Land, der mit der Teilrevision erfolgen würde. Die Vorlage trifft Dutzende Kirchgemeinden, die für ihre Präsenz im Dorf auf ein vitales Pfarramt angewiesen sind, ins Mark. Eine Liste (PDF) zeigt die zu erwartenden Verluste.

Die bisherige Zuteilung beachtet die Grundlast, die jedes Pfarramt unbesehen der Siedlungsgrösse hat, und stützt Landgemeinden in ihrer besonderen Situation: In den Bezirken Andelfingen und Hinwil haben sie pro Mitglieder viermal bzw. dreimal so viele Konfirmanden wie die Stadt Zürich.

Wenn die Bevorzugung kleiner, teils weitläufiger Kirchgemeinden zurückgenommen werden soll, dann nicht so skrupellos! Das Nein-Komitee fordert eine besser austarierte Regelung, welche die Interessen kleiner und mittlerer Gemeinden berücksichtigt. Es ist sachlich nicht zu rechtfertigen, was die Kirchensynode auf Antrag des Kirchenrates beschloss: dass grosse Kirchgemeinden (über 2‘000 Mitglieder, mehr Angestellte) zusätzliche Stellenprozente erhalten.

Für das Nein-Komitee zeugt das Gebaren des Kirchenrats und der Mehrheit der Kirchensynode von einem mangelnden Gespür für die Situation von Land- und Agglomerationsgemeinden und von einem unreformierten Glauben an Grösse, Zentralisierung und professionelle Verwaltung.

Dass die Landeskirche die bisherige Stützung der finanziell schwächeren Landgemeinden so harsch beenden will, kostet ihr bereits heute viele Sympathien bei Mitgliedern. Sollte die Teilrevision in Kraft treten, werden mehr Reformierte austreten, weil die kirchliche Präsenz auf dem Land klar ausgedünnt wird.

Weitere Informationen finden Sie in der Medienmappe des Nein-Komitees.

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