Mediencommuniqué

«Die Teilrevision schwächt die Kirche»

Die Teilrevision der Kirchenordnung bringt die reformierte Landeskirche in Schieflage und schafft einen Graben zwischen Stadt und Land. Die Vorlage, die am 23. September zur Abstimmung kommt, ist abzulehnen.

Das Nein-Komitee zur Teilrevision der Kirchenordnung hat am 23. August vor den Medien in Zürich für eine Reform plädiert, die auch kleinen und mittleren Kirchgemeinden auf dem Land Zukunft gibt. Das im Juli gebildete Komitee bekämpft die geplante Zuteilung der Pfarrstellen.

Die Änderungen der Kirchenordnung führen zu einer „Verwaltungskirche“ und zu unreformierter Zentralisierung. Das Milizsystem wird geschwächt. Die Teilrevision ist schlecht für Stadt und Agglomeration und schwächt die Landgemeinden.

Mit der Teilrevision wolle der Kirchenrat fragwürdige Ziele der Strukturreform «KirchGemeindePlus» (KGplus) durchdrücken, kritisierte Ivan Walther, Pfarrer in Urdorf an der Medienorientierung. Die bisherigen Ergebnisse von KGplus seien ernüchternd. Fusionierte Kirchgemeinden seien zu Baustellen verkommen.

Im Blick auf die entstehende Stadtkirche Zürich sei die Synode unter Zeitdruck gesetzt worden, sagte Walther. Der Kirchenrat habe das Fuder überladen mit unausgereiften Änderungen. «Lebendige Kirche ist das Gegenteil von unpersönlich und anonym.»

Durch die neue Zuteilung würde das Weinland etwa ein Drittel seiner Pfarrstellen verlieren. Laut Adrian Honegger aus Flaach nimmt der Kirchenrat seine ureigenste Aufgabe, Verkündigung und Seelsorge in allen Regionen des Kantons sicherzustellen, nicht mehr wahr. Honegger, wie Walther Mitglied der Kirchensynode, kritisierte zudem – angesichts des Mitgliederschwunds – die vervielfachten Finanzkompetenzen des Kirchenrats.

«Wenn die Kirche aus dem Dorf verschwindet, stirbt das Dorf.» Carola Heller aus Fischenthal unterstrich die Bedeutung regelmässiger Gottesdienste für die Dorfgemeinschaft. «Zur Predigt geht man ungern aus dem Dorf.» Mit der Aufnahme von Sonderwünschen für Feiern verwische die Kirche ihr reformiertes Profil.

Der pensionierte Pfarrer Ueli Schwendener schilderte die Unzufriedenheit bei Stadtzürcher Reformierten, wenn Gottesdienste ausfallen und die Verwaltung aufgebläht wird. Die Teilrevision vermittle der Kirche keine hoffnungsvolle Perspektive.

Der Start der Kirchgemeinde Stadt Zürich auf Anfang 2019 steht in Frage. Die Kirchgemeinden Witikon und Hirzenbach machen in einem Rekurs geltend, dass die Auflösung des bisherigen Verbands der Kirchgemeinden noch nicht rechtskräftig beschlossen ist.

Weitere Informationen finden Sie in der Medienmappe des Nein-Komitees.

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